Ökonomen und Historiker zu Gast bei der UniCredit Bank AG

„Finanzstabilität und Eigenkapital der Banken“

Am 25. Mai 2011 fand in München das 33. Symposium auf Einladung des Instituts für bankhistorische Forschung e.V. (IbF) bei der UniCredit Bank AG im Gebäude der ehemaligen Bayerischen Staatsbank KF1 statt.

Peter Hofbauer, CFO der UniCredit Bank AG, eröffnete das Symposium

Thematisch führte der Wirtschaftshistoriker Carsten Burhop in die historische Dimension der Eigenkapitalfrage ein. Seinen Anmerkungen folgten Referate renommierter Historiker und Ökonomen. Christopher Kopper zeigte die deutschen Regulierungsansätze im 20. Jahrhundert auf, während John Turner einen Blick nach Großbritannien warf. Der Ökonom Jan Körnert beschrieb die Veränderungen in der Bankregulierung seit dem 19. Jahrhundert.

Blick auf die Teilnehmer

Bernd Rudolph von der LMU München schloss mit Anmerkungen zu den neuen Eigenkapitalvorschriften nach Basel III für Banken und ging der Frage nach, wann eine Bank "systemrelevant" sei.

Der Journalist Martin Hesse moderierte die anschließende Podiumsdiskussion, in denen die theoretischen Kernfragen aus den Referaten auf die Praxis bezogen diskutiert wurden. Erhard Gschrey vom Genossenschaftsverband Bayern e.V. und Gerd Häusler von der BayernLB wiesen auf die Dreiteilung als Besonderheit des deutschen Bankensystems hin, auf die die geplanten Regulierungsmaßnahmen Rücksicht zu nehmen hätten. Peter Hofbauer als Vertreter der privaten Banken betonte die Notwendigkeit von Regulierung, warnte aber auch vor überzogenen Maßnahmen, die zu einer Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil international agierender Banken führen könnten.

Eine lebhafte Diskussion auf dem Podium entfaltete sich um das Thema Griechenland, die Staatsschuldenkrise und die europäischen Finanzhilfen.

Der Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn warnte vor einer vorbehaltlosen finanziellen Unterstützung Griechenlands, und plädierte für einen zeitweisen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Dagegen argumentierte Alois Müller von der Bundesbank, dass Finanzhilfen für Griechenland alternativlos seien, weil ein Austritt Griechenlands nicht nur der Anfang vom Ende der politischen Union sei, sondern auch wirtschaftliche Nachteile für die Exportnation Deutschland mit sich brächte.