2006 bis 2009

Die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG wird zur UniCredit Bank AG.

In den Jahren 2006 bis 2009 folgt die praktische Umsetzung des Zusammenschlusses. Die HypoVereinsbank wird in die UniCredit integriert, aber behält ihre deutsche Eigenständigkeit.

Auf dem Weg zur gemeinsamen europäischen Identität

Aus 19 europäischen Ländern treffen sich 370 Führungskräfte der UniCredit Group am 20. Januar 2006 in München und sprechen über regionale Wurzeln und eine gemeinsame europäische Vision. Konzernweit wird eine „Integrity Charter“ eingeführt. Es handelt sich hierbei um einen gemeinsamen Verhaltenskodex, hinterlegt mit Werten, die in der ganzen Bank gelten. So entwickelt sich langsam eine gemeinsame Identität, denn kollektive Werte verbinden Menschen über organisatorische Grenzen hinweg.

Trotz der europäischen Dimension der Bank bleibt der regionale Bezug erhalten. Dies zeigt sich z. B. an der engen Beziehung zur Stadt München und dem Engagement der HypoVereinsbank bei der 850-Jahr-Feier der bayerischen Landeshauptstadt 2008.

Dieter Rampl wechselt von der HypoVereinsbank zur UniCredit und wird dort zum Chairman des Verwaltungsrates ernannt. Der neue Sprecher des HypoVereinsbank-Vorstandes heißt ab 1. Januar 2006 Dr. Wolfgang Sprißler (hier zusammen mit dem CEO der UniCredit, Alessandro Profumo, auf der letzten Hauptversammlung der HypoVereinsbank).

Die Struktur der Bank verändert sich

In den Jahren 2006 und 2007 verändert sich die Struktur der HypoVereinsbank. Sie verkauft ihre Anteile an osteuropäische Banken der österreichische Bank Austria bzw. der polnischen Bank Pekao. Die UniCredit erwirbt von der HypoVereinsbank die Beteiligung an der Bank Austria.

In München und London baut die HypoVereinsbank die weltweiten Zentren des Firmenkundengeschäfts und Investment-Bankings auf.

Aus der Division Corporate & Markets in Deutschland, UniCredit Banca Mobiliarere in Italien und der österreichischen Investmentbankeinheit der Bank Austria wird am 1. Juli 2006 das „UniCredit Markets & Investment Banking“.
Der Bereich baut regionale Kompetenzcenter z. B. in Russland auf. Nach „MIB Russia“ folgen weitere internationale Standorte wie Polen oder Kroatien. Zum 1. Oktober 2009 beschließt die Bank, das Firmen- und kommerzielle Immobilienkundengeschäft sowie Markets & Investment Banking zur neuen Einheit Corporate & Investment-Banking zusammenzufassen.

Zusammenführung von Aktivitäten

Im Rahmen der Integration der HypoVereinsbank in die UniCredit werden europaweit Servicebereiche zusammengeführt.

Ein Beispiel dafür ist die Umstrukturierung der HVB Information Services, einer Tochter der HypoVereinsbank, zuständig für IT. Zum 1. Januar 2007 übernimmt die IBM einen Teil der IT-Anwendungen. Aus internen Mitarbeitern werden externe Dienstleister. Ein weiterer Schritt folgt im Mai 2009. Die deutsche, österreichische und italienische IT-Einheit werden zur UniCredit Global Information Services S.p.A. mit Sitz in Mailand. So ist wird ein gemeinsamer IT-Provider für die gesamte UniCredit Group entstanden.

Im Zeichen der Finanzkrise

Der amerikanische Immobilienmarkt ist 2008 durch die Subprime-Krise im freien Fall, die deutsche Konjunktur schwächelt, und die Verbraucher halten sich mit ihrem Konsum zurück. Am 15. September 2008 wird der Konkurs der viertgrößten amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers bekannt gegeben. Einen Monat später setzt die deutsche Regierung das Banken-Rettungspaket mit über 500 Mrd. Euro in Kraft.
Die HypoVereinsbank ist robuster als andere Banken. „Vor dem Hintergrund unserer hervorragenden Kapitalausstattung ist klar, dass wir keine Finanzspritze des Staates benötigen, um unser Eigenkapital aufzustocken“, sagt Dr. Wolfgang Sprißler 2008 in einem Interview. Die HypoVereinsbank kann durch eine umsichtige Unternehmensführung die Krise 2008 gut überstehen.

Am 1. Januar 2009 übernimmt Dr. Theodor Weimer das Amt des Vorstandssprechers der HypoVereinsbank sowie des Country Chairman Germany der UniCredit.

Konzerntöchter

In Deutschland leben rund 2,3 Millionen türkische Mitbürger. Ihnen ist die türkische Tochter der UniCredit Group, die Yapo ve Kredit Bankasi AS, bekannt. Sie gehört als viertgrößtes Institut zu den führenden Banken auf dem türkischen Markt.
An den Standorten München, Stuttgart und Köln baut die HypoVereinsbank zusammen mit der YapiKredi zum 1. Juli 2007 deutsche Filialen auf. In weiteren zehn HypoVereinsbank-Filialen werden „Yapi Corner“ eingerichtet. Türkische Mitarbeiter helfen den Kunden in der Landessprache z. B. beim Internet-Banking oder beraten über Baufinanzierung oder Sparen. Diese positive Erfahrung hat die HypoVereinsbank veranlasst, das Angebot weiter auszubauen. 2009 wird in Berlin-Neukölln eine weitere HypoVereinsbank / YapiKredi-Filiale eröffnet.

2008 werden ec-Karten mit Türkei-Motiven bei der HypoVereinsbank / YapiKredi eingeführt.

Europaweite IT-Plattform

Um noch besser zusammenzuarbeiten, führt die UniCredit europaweite Prozesse und einheitliche Strukturen ein. Ein Projekt, an dem seit Anfang 2006 länderübergreifende Teams arbeiten, ist die Einführung einer gemeinsamen IT-Plattform namens EuroSIG. Die Technik basiert auf modernsten Architekturkonzepten. Mehr als 2.000 Mitarbeiter aus acht Ländern sind aktiv an der Umsetzung beteiligt.

Zuerst wurde EuroSIG in Tschechien, dann in Italien eingesetzt. 2010 startet EuroSIG in Deutschland.

Die UniCredit Bank AG kommt – die HypoVereinsbank bleibt

Seit 1. April 2008 dient das Logo der UniCredit als offizielles Erkennungsmerkmal der Bank und ihrer Geschäftsstellen. An der weißen, nach rechts gekippten Eins auf rotem Kreis können die Kunden europaweit erkennen, welche Filiale zu ihrer Bank gehört.

Am 29. und 30. Juli 2008 findet die letzte öffentliche Hauptversammlung der HypoVereinsbank statt. Die UniCredit S.p.A. stockt ihren Anteil an der HypoVereinsbank auf 100 % auf und ist damit alleiniger Aktionär. Um die Zugehörigkeit zum Konzern noch stärker zu betonen, wird die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG am 15. Dezember 2009 in UniCredit Bank AG umbenannt. Der Markenname ist unverändert „HypoVereinsbank“.